Wer seine Kreditschulden nicht mehr begleichen kann und mit der Darlehensrate säumig wird, dem droht schnell die Vertragskündigung durch die Bank. Gerade bei hohen sechsstelligen Kreditsummen – etwa für ein Haus – macht es Sinn, umzuschulden, wenn die monatliche Belastung zu hoch wird, beispielsweise weil durch einen Arbeitsplatzwechsel weniger Einkommen erzielt wird. In solche einem Fall sollte schnell das Gespräch mit der Hausbank und alternativen Finanzierern gesucht werden. Der neue Kredit sollte auch Sondertilgungen möglich machen, wenn sich die finanzielle Lage wieder bessert.
Eine niedrigere Kreditrate schafft erstmal Luft
Durch eine niedrigere monatliche Kreditrate kann die Privatinsolvenz abgewendet werden. Vorerst. Denn hohe Schulden, heißt Wege zu suchen, Einnahmen zu erhöhen und gleichzeitig Ausgaben zu reduzieren. Bei einer Umschuldung ist auch darauf zu achten, dass der neue Zinssatz niedriger ausfällt als der alte – allerdings verlangt die bisherige Bank Gebühren für das frühzeitige Ablösen des Kreditvertrages. Eine Art Ausgleich für entgangenen Gewinn. Den (oft mehreren) Gläubigern muss glaubhaft dargelegt werden, dass sie ihr Geld eines Tages wieder zurückbekommen.
Mit dem Kassenbuch checken, wievielt ich mir überhaupt leisten kann
Ein Haushalts-Kassenbuch kann zunächst helfen überhaupt zu schauen, welche Fixkosten dem Haushalt monatlich entstehen. Dabei sind Ausgaben, die einmal im Jahr etwa für Versicherungen und den Pkw entstehen, auf den Monat herunterzurechnen. Dann muss jeder einzelne Ausgabenposten kritisch bewertet werden, ob er reduziert werden kann oder sogar ganz vermeidbar ist wie etwa Zigaretten- oder Alkoholkauf. Auch auf Urlaubsreisen kann eine gewisse Zeit verzichtet werden. Wenn möglich, sollte ein Zweitjob erwogen werden, der idealerweise die Zustimmung des Arbeitgebers findet und zum ausgeübten Beruf passt, ohne dabei für die Konkurrenz zu arbeiten.
Bei Überschuldung ist luxuriöser Konsum gefährlich
Eine Umschuldung kann also tatsächlich vor einer Privatinsolvenz helfen, wenn sie richtig angegangen wird. In der Regel benötigen die Betroffenen dafür einen unabhängigen Schuldnerberater. Gelingt es trotz aller Sparmaßnahmen nicht dauerhaft am Monatsanfang – nachdem das Gehalt verbucht wurde – das Girokonto in die Nähe der schwarzen Zahlen zu bringen, ist es fraglich, ob nicht doch die private Pleite droht. Auf alle Fälle sollten bei Überschuldung alle Ausgaben unterlassen werden, die nicht zum (Über)leben gebraucht werden. Vor allem existenzielle Dinge wie Strom, Gas, Miete/Hausrate, Kita-Gebühren und Lebensmittel sollten immer bezahlt werden. Wer seine Wohnung verliert, dem droht oft auch der Verlust des Arbeitsplatzes und des Mobiliars.
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