Ratenzahlungen, Telefonverträge, günstige Kredite – die Verlockungen des Marktes sind riesengroß und schnell ist der Überblick verloren. Oder das verborgte Geld kommt nicht zurück, die vermeintlich sichere Arbeitsstelle wird gekündigt und die Belastungen laufen weiter. Oft scheint der Weg in die Verbraucherinsolvenz die einzige Lösung zu sein, um aus all diesen Schwierigkeiten wieder herauszukommen.
Eigene Möglichkeiten ausschöpfen
Zunächst sollten Sie aber alle Wege gehen, um sich selbst aus dem finanziellen Ruin zu befreien und eine Verbraucherinsolvenz vermeiden. Die Konsequenzen sind nämlich drastisch, Sie würden rund sechs Jahren nur eingeschränkt am wirtschaftlichen Leben teilhaben können. Die Neuanschaffung eines Autos oder eine Reise zum Mittelmeer sind dann erst einmal nicht möglich, da man in der sogenannten Wohlverhaltensphase pfändbares Einkommen an die Gläubiger abgeben muss und einem lediglich Geld für das Nötigste übrigbleibt. Der erste Schritt ist die Konfrontation mit der eigenen Situation: Schreiben Sie alle Verbindlichkeiten auf, stellen Sie sich den Problemen. Die Übersicht wird erschrecken, aber gleichzeitig auch Klarheit bringen. Sobald Ihnen die Höhe der Verbindlichkeiten und die Anzahl der Gläubiger genau bekannt ist, stellen Sie Ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten gegenüber: Wie hoch ist ihr Einkommen? Welche Verpflichtungen müssen Sie weiter bedienen? Verfügen Sie über Liquidität für Vergleichsverhandlungen?
Professionelle Hilfe suchen
So vorbereitet können Sie entweder selbst mit den Gläubigern Kontakt aufnehmen und Ratenzahlungen oder einen Vergleich anbieten, oder Sie suchen sich für diese Verhandlungen professionelle Hilfe. Erfahrungsgemäß wirkt ein Schreiben von einem Rechtsanwalt oder einer Schuldnerberatung besser, als wenn Sie selbst aktiv werden. Das ist zwar im ersten Moment unangenehm, aber Sie werden schnell die Erleichterung spüren, sich nicht mehr allein mit diesem Problem befassen zu müssen und einen professionellen Ratgeber an Ihrer Seite zu haben. Wichtig ist, dass einmal getroffene Vereinbarungen auch eingehalten werden. Am besten funktioniert die Entschuldung, wenn Sie mit einer anteiligen Summe einen Vergleich bedienen können. Viele Gläubiger verzichten dabei auf einen Teil ihrer Forderungen, die Angelegenheit ist schnell erledigt und Sie können eine Verbraucherinsolvenz vermeiden.
Situation aktiv ändern
Die höchste Hürde bei Überschuldungen ist die konsequente Konfrontation mit der eigenen Situation. Sobald Sie sich Überblick verschafft haben, fallen alle Maßnahmen leichter. Das kostet Kraft und braucht die Einstellung, wirklich die Verbraucherinsolvenz vermeiden zu wollen. Daher sollten Sie Hilfe, die vielfältig angeboten wird, in Anspruch nehmen. Eine Insolvenz sollte der letzte Ausweg sein, um aus einer prekären finanziellen Situation herauszukommen, so lange es noch andere Chancen gibt.
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